Bullige Kerle

Leven - Dysart (15 km)

Kurzer Tag, kurzer Bericht. 

 

Beim Aufstehen regnet es nicht! Es regnet den ganzen Tag nicht! Lange nicht mehr gehabt. Zufrieden mit dem, was wir draußen sehen, marschieren wir los. Dieter ist gut wiederhergestellt, ich bin im Prinzip auch fit. "Im Prinzip" heißt aber ja auch - nicht so ganz. Seit einiger Zeit meldet sich bei mir im linken Knie etwas, das möglicherweise mit meinem Meniskus zusammenhängt. Da ich aber noch nie dort derlei Beschwerden hatte, bin ich mir eben nicht sicher, ob sie nun wirklich vom Meniskus stammen. Mal sehen, was sich da so entwickelt...

 

Die ersten vier Kilometer geht es durch das Siedlungsgebiet von Levenmouth, den mittlerweile zusammengewachsenen Siedlungsbereichen von Leven, Methil und Buckhaven, alles ehemalige Bergbau- und Industrieorte am Ufer des großen Firth of Forth. Als wir durch die Straßen gehen, ohne jeden Blick auf die Nordsee, fühle ich mich manchmal an das frühere Ruhrgebiet erinnert. Alles in allem durchqueren wir hier nicht einen schönen Teil des Fife Coastal Walks.

 

Erst hinter Buckhaven kehrt die typische Landschaft für diesen Weg zurück. Streckenabschnitte unmittelbar entlang der schroffen Felsenküste, hohe Sandsteinklippen, Kormorane, Entenfamilien und Möwen, auf dem Firth of Forth drei Ölplattformen und einige Schiffe und mit East und West Wemyss schöne, kleine Fischerdörfer.

 

Nach halber Strecke wollen wir, die wir heute mal wieder ganz gemächlich unterwegs sind, eine Pause einlegen, gehen aber an einer Reihe von Holzbänken am Ufer bei East Wemyss ganz bewusst vorbei, in der Hoffnung, gleich, da hinten, ein Café anzutreffen. An der letzten Bank sind wir schon lange vorbei, das "da hinten" vermutete Café ist aber keins - also: Chance vergeben! In West Wemyss dann aber der gemütliche Ersatz. Im "Suburban Pantry", wieder mal einer kommunalen Einrichtung auf Volunteer-Basis, finden wir ein gemütliches Plätzchen, direkt gegenüber von einem großen Fernseher, in dem gerade das Rugby-Länderspiel Japan : Schottland läuft. 

 

Ein Rugbyspiel dieses Kalibers habe ich bisher kaum mal gesehen und ich kann nur sagen: American Football ist dagegen Rhythmische Gymnastik. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die bulligen Kerle außer Suspensorium und Mundschutz keinen anderen Körperschutz tragen, aber immer zusammenrasseln, dass es nur so kracht. Also den Mundschutz sehe ich, wenn die Jungs ihn mal von ihren lückenhaften Zähnen nehmen, das Suspensorium vermute ich jetzt mal. Wenn ich mir nur vorstelle, dass... aua, aua...

 

Nach einer (für mich) amüsanten halben Stunde, machen wir uns an den kurzen Rest der Strecke und bereits um kurz nach 13 Uhr sind wir in unserem kleinen Hotel in Dysart. Es sieht von außen ganz nett aus, ebenso der Gastraum, das Zimmer ist allerdings unterer Standard und Wifi funktioniert nicht. Als Dieter am Nachmittag dem Koch begegnet, ist er einigermaßen erschrocken und er beschließt, heute Abend hier nicht zu essen. Als er aber bei einem Nachmittagsspaziergang zu einem funktionierenden Wifi, sprich zum nächsten Pub geht und dort erfahren muss, dass kein Essen angeboten wird, schmecken ihm dann abends die Muscheln im Hotel doch ganz gut.

 

 

Sieh dir meinen 14,8 km-Lauf auf Strava an: https://www.strava.com/activities/613330978

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Die Pilgertochter (Sonntag, 19 Juni 2016 09:59)

    Heieiei... Ein Koch, der einem unheimlich ist und dann auch noch Muscheln... Puh... Bei Muscheln sollte man schon Vertrauen in den Koch haben...