Ein erster Berg

Touristentag in Edinburgh

Petrus hält heute vom Morgen an einiges für uns bereit. Es ist kalt, es scheint die Sonne, es ist windig. Dann wieder mal ein kurzer Schauer, und prompt macht die Sonne sich wieder breit und schiebt die Wolken an die Seite. Wetter halt - schottisches Wetter im April! 

 

Nach dem Kauf einer neuen Telefonkarte für mich in einem Laden an der Princesstreet, machen wir uns auf zu einer ersten Bergbesteigung. Gestern Abend hatten wir ihn schon gesehen und uns bei ihm für einen Besuch angemeldet. Der Arthur's Seat, ein ehemaliger Vulkan westlich des Edinburgher Zentrums, ist ein wunderbarer Aussichtsberg. Kurz nach dem westlichen Ende der Royal Mile und unmittelbar bei Holyrood Palace, dem Sitz der Queen bei Aufenthalten in Edinburgh, beginnt der Aufstieg, der ungefähr eine Stunde dauert. Verschiedene Routen führen auf den Gipfel: längere und weniger steile, aber auch kürzere mit steil ansteigenden Treppen und Serpentinen. Wir nehmen die zweite Variante. Die Ausblicke werden immer besser, je höher wir kommen. Auf weichen Wiesenpfaden gehen wir zunächst unmittelbar an einer senkrechten Abbruchkante entlang, dann mal wieder leicht abwärts zu einem Sattel, nur um uns anschließend eine "Himmelsleiter" Richtung Gipfel emporzumühen. Mal scheint die Sonne freundlich auf uns hinab, mal schüttelt uns ein starker Wind ordentlich hin und her. Bald liegt nicht nur die Edinburgher Altstadt unter uns, sondern auch Calton Hill und das Castle. Weit hinten der Firth of Forth, aus dessen Richtung immer wieder große, dunkle Wolkenfelder vom Wind über uns hinweggetrieben werden. 

 

Oben auf dem Gipfel herrscht nicht nur ein ziemlicher Betrieb, sondern fast schon ein Sturm, der manche Gipfelbesteiger bei besonders heftigen Böen sogar niederknien lässt, um nicht umgeworfen zu werden. Die Gipfelrast fällt daher nicht allzu lange aus und in nicht mehr als einer halben Stunde sind wir wieder unten.

 

Auf dem Rückweg zum Hostel statten wir noch St. Gile's einen Besuch ab, der altehrwürdigen Kathedrale an der Royal Mile. Während uns auf Arthur's Seat noch der Wind umtoste, umfängt uns hier sanfter Chorgesang, zeitweise mit Orgelbegleitung. Wir setzen uns in die Stuhlreihen und lassen uns von dieser Musik gefangennehmen. Dem einen oder anderen von uns macht es etwas Mühe, sich nach den kleinen Anstrengungen des Bergaufstiegs nicht ungewollt in ein kleines Nickerchen wiegen zu lassen. Nachdem es dann zumindest bei Florian doch fast passiert wäre, verlassen wir beeindruckt die Kathedrale und schlendern letztlich zurück zum Hostel. 

 

Etwas Aufwärmen ist angesagt, etwas Erholen von einem sauerstoffreichen Tag mit einigen Höhenmetern. Das Ende des Tages kann das aber noch nicht gewesen sein, in Edinburgh kann man nicht schon um 20 Uhr ins Bett gehen, auch wenn die Glieder bereits etwas matt sind und die Augen brennen. 

 

Wir haben Glück und finden kurz nach 21 Uhr doch noch ein Restaurant, dessen Küche noch geöffnet ist, und anschließend sogar noch einen Pub mit Livemusik. Aber mehr als zwei Pints werden es auch heute Abend nicht und in einem ganz leichten Nieselregen trotten wir gegen Mitternacht zurück zum Hostel. 

 

Basti hofft jetzt auf eine ruhige Nacht, in der letzten hat neben seinem Zimmer eine kleine Party stattgefunden. 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Lore (Dienstag, 19 April 2016 10:43)

    Hallo Reinhard,
    nicht dass Du meinst, es liest hier keiner, bloß, weil keiner `nen Kommentar schreibt.
    Als ich eben nach Hause kam, empfing mich Peter mit den Worten: "Der Reinhard hat wieder geschrieben."
    Also, weiter so!
    Liebe Grüße
    Lore

  • #2

    Helmut Plänker (Dienstag, 19 April 2016 13:03)

    Hallo zusammen,

    mit großem Interesse "begleiten" wir Euch auf Eurer Tour und sitzen dabei nach gutem Essen (selbst gemacht und günstig) in trockenen Räumen. Trotzdem sind wir etwas neidisch, nicht dabei zu sein. Viel Glück und viel Spaß für alle - für Annika auch gute Besserung.

    Liebe Grüße

    Margret und Helmut

  • #3

    Der Kronprinz (Dienstag, 19 April 2016 16:23)

    Hahaha! Kann mir genau vorstellen, wie Flo mit verschränkten Armen und ausgestreckten Beinen in der Kirche wegpennt...